Das Ende von Legenden

Zwei Links, die zum Denken anregen sollten:

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  1. Zum 2. Link sag ich lieber nichts, es ist einfach nur traurig. Und das Video des ersten Links hab ich mir 2x angesehen und war doch, obwohl ich mittlerweile aus der Doggenszene viel gewohnt bin, ein wenig erstaunt. Mag an der viel größeren Schäferhundpopulation liegen, dass natürlich noch deutlich mehr an kommerziellen Machenschaften möglich sind.
    Die Kernaussage, nämlich dass die exzellenten Arbeitseigenschaften und die Gesundheit der Schäferhunde nicht mehr in hohem Maße gegeben sind, gilt auch für viele andere Rassen und gibt zu denken. Dabei gehen meines Erachtens die Standards nur zum Teil in eine falsche Richtung; sicher könnte so manches schon im Rassestandard abgefangen werden (bei Doggen etwa die fehlende Größenbegrenzung usw.) und obwohl bei Ausstellungen sicher primär Schönheitskriterien beurteilt werden, könnten so manche Standardbestimmungen und in Folge die Ausstellungsreglements sicherlich gesundheitlichen Kriterien deutlich mehr Raum geben (z.B. bei der Überrüfung des Gangwerks!). Und doch gibt es sie schon jetzt, wie die zu Wort kommende Frau Prof. Sommerfeld-Stur auf ihrer Website ausführt (Brust, Augen, Schulter, Gangwerk etc.). Aber solange Richter genau diesen für die Gesundheit unserer Hunde wichtigsten Kriterien zuwenig Beachtung schenken und reine Schönheitskriterien in den Vordergrund stellen, wird sich wenig ändern. Gibt es nicht heute bei einigen Rassen die Teilung in Arbeits- und Showhunde?
    Da es das bei den Doggen nicht gibt, kann ich es auch nicht wirklich beurteilen. Aber was ist der tiefere Sinn solcher Einteilungen? Nur das verschiedene Aussehen oder auch Kriterien wie Gesundheit und Wesensfestigkeit, Leistungsgrad etc.? Und wenn letzteres zutrifft, wohl umso fataler, weil sollten nicht alle unsere Hunde alltagstaulich, gesund und wesensfest sein? Ich kenne genügend Doggen, die außer zu Ausstellungen überhaupt nie aus ihrem Zwinger kommen, im Übermaß decken und wie im Video erwähnt, nicht nur dadurch das Inzuchtniveau heben, sondern auch Erbkrankheiten, die auf rezessiven Genen beruhen, weitergeben und gute Merkmale mit der Zeit verloren gehen. Schade, die Leidtragenden sind die Hunde, ängstliche, oft kranke Leistungskrüppel und ihre Besitzer. Bei den Schäferhunden könnte mit einem solchen Video ein Umdenkprozess in Gang kommen, bei anderen Rassen treibt die Korruption und Verantwortungslosigkeit bei Züchtern, Richtern und Verbänden weiter traurige Blüten …
    Die Körungsschau mancher Verbände ist sicher eine gute Idee (wie Prof. Sommerfeld-Stur anregt), nur ist es auch da mittlerweile nicht viel anders als im humanen Leistungssport, denn solange die Wesenstests nur mehr mit Sedativa bestanden werden können, sehe ich kohlrabenschwarz. Wär schon fast eine NADA notwendig 😉
    liebe Grüße Johannes